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Test: Darwin’s Paradox – Dieser spielbare Pixar-Film ist überraschend gelungen!

Darwin’s Paradox, das Debüt des französischen Studios ZDT Studio, schickt einen googlyäugigen Oktopus namens Darwin auf ein absurdes Abenteuer durch Fabrikschächte, Kanalisation, Labore und außerirdische Anlagen. Klingt verrückt? Ist es auch! Aber ob der wie ein Pixar-Film anmutende Titel auch so qualitativ ist, wie originell, das verraten wir euch in diesem Test!

Pixar trifft B-Movie

Die Geschichte beginnt im offenen Ozean: Darwin schwimmt zusammen mit einem roten, namenlosen Freund durch die Tiefsee, der ihm die Grundlagen des ÜBerlebens beibringt. Plötzlich werden die beiden von einem rätselhaften Strahl erfasst, und Darwin erwacht allein auf einem industriellen Schrottplatz, bedeckt mit Giftmüll, der ihm zunächst alle Fähigkeiten raubt.
Was auf den ersten Blick wie eine simple Prämisse klingt, entfaltet sich zu einer warmherzigen und absurden Satire. Das Spiel folgt einem cleveren, aber tollpatschigen Oktopus, der in ein lebensbedrohliches Abenteuer hineingezogen wird, als er von einer Meeresfrüchtefabrik gefangen wird, die an seinen Tentakeln interessiert ist.

Der Genrekontext ist wichtig: Das Cinematic Platformer Genre wurde vor allem durch Limbo im Jahr 2010 geprägt, welches eine überwiegend düstere, melancholische Stimmung lieferte. Darwin’s Paradox bricht damit vollständig, indem es farbenfrohe, alberne und erzählerisch direkte Wege einschlägt. Das Ergebnis wirkt erfrischend und eigenständig, auch wenn die Handlung gegen Ende deutlich an Fahrt verliert.

Octopus-Snake im Einsatz. | Bild: 2026 © Konami

Pixar trifft…Pixar?

Visuell gehört Darwin’s Paradox zu den beeindruckendsten Vertretern seines Genres. Die Animationen sind schlichtweg wunderschön! Die Charaktere strahlen Persönlichkeit aus und drücken ihre Emotionen auf detailverliebte, cartoonhafte Weise aus. Das überträgt sich auch auf das Gameplay, da Darwin sich mit einer wunderbar klebrigen Bewegungsweise über Oberflächen schlingt, die das Gefühl vermittelt, wirklich einen Tintenfisch in einer fremden Welt zu steuern. Es macht schon Spaß einfach nur die Animationen zu bestaunen und mit welcher Detailverliebtheit hier gearbeitet wurde. Dazu kommt eben auch der Art-Style, der an Animationsfilme aus dem Kino erinnert.

In den meisten Einstellungen könnte das Spiel als Illumination-Animationsfilm durchgehen. Das Kreaturendesign ist fantastisch. Die Umgebungen sind einzigartig und voller aufregender Details. Die Liebe zum Hintergrunddesign ist wirklich atemberaubend. Ich komme kaum aus dem Schwärmen. Entwickelt wurde es auf Basis der Unreal Engine 5 und das zeigt: Spiele müssen nicht immer den 08/15-Moderne-Games-Look haben.

Darwin's Paradox

Es gibt auch Fluchtpassage. Der Feind: Eine Möwe. | Bild: 2026 © Konami

Spielerisch nicht innovativ, aber unterhaltsam

Darwin’s Paradox teilt sein Gameplay auf drei Säulen auf: Plattforming, Rätsel und Schleichen. Darwin ist kein Kämpfer, alle seine Fähigkeiten sind darauf ausgelegt, Gefahren zu umgehen statt Schaden anzurichten. Mal muss man sich an einer Gruppe Aliens vorbeischleichen und zur richtigen Zeit tarnen, mal einen Tintenklecks auf einen Knopf schießen, der ein Förderband steuert, oder eine Wand hochklettern, um in einen anderen Raum zu gelangen.

Man kann schwimmen, laufen, springen, klettern, sich zusammenquetschen und verstecken sowie mit den Tentakeln mit Gegenständen interagieren, all das fühlt sich flüssig, intuitiv und sehr griffig im Handling an. Manche Oberflächen bewegen sich, und Schwerkraft sowie Trägheit beeinflussen seinen Stand, was zwar das Gameplay nicht grundlegend verändert, eher wieder ein schönes Detail ist.
Das Plattforming und die Rätsel überzeugen größtenteils. Das Plattforming ist vom Schwierigkeitsgrad auch relativ angenehm ausgelegt. Es ist unwahrscheinlich, dass man in Darwin’s Paradox jemals wirklich länger irgendwo stecken bleibt. Ich habe das auch gar nicht so sehr als Schwäche empfunden, weil irgendwie passt es auch zur Ästhetik und der ganzen cineastischen Aufmachung.

Das Schleichen verlangsamt das Spieltempo und wirkt eher wie ein Hindernis als eine spaßige Herausforderung. Denn das Verhalten der Gegner ist nicht immerso ganz nachvollziehbar, was auch am Sichtfeld in der 2,5D-Welt liegt. In manchen Situationen fühlt es sich an, als ob man unvermeidlich erwischt wird, nicht weil man einen Fehler gemacht hat, sondern weil das Spiel seine Abläufe nicht klar kommuniziert. Aber: Das ist nicht die Regel! Meist funktionieren auch die Stealth-Passagen als schöne spielerische Auflockerung. Darwin’s Paradox schafft eine insgesamt schöne Abwechslung seiner Spielelemente.
Eine Sache ist mir allerdings noch negativ aufgefallen: Die Progression. Denn eine Entwicklung der Mechaniken findet kaum statt und in dem Punkt fühlt sich Darwin’s Paradox zu statisch an.

Darwin's Paradox

Das Movement unterscheidet sich sehr stark zwischen Wasser & Land. | Bild: 2026 © Konami

Ein spielbarer Kino-Ausflug

Der Soundtrack wechselt solide zwischen angespannten und epischen Momenten und liefert eine wirklich filmische Erfahrung, ohne aber ikonische und im Ohr bleibende Tracks zu liefern. Das Sound Design ist minimalistisch, aber unglaublich effektiv. Vom leisen, platschenden Geräusch von Darwins Bewegungen bis hin zum Rasseln überhitzter Schläuche und Maschinen trägt jedes Detail zur Atmosphäre bei. Sogar die Schritte der roboterartigen Feinde kommen klanglich sehr gut rüber. Hier funktioniert der Platformer wirklich hervorragend und arbeitet sehr gekonnt mit seinem Anspruch, ein spielbarer Animationsfilm zu sein.

Mit einer Spielzeit von rund fünf bis sechs Stunden ist Darwin’s Paradox für einen Cinematic Platformer meiner Meinung nach genau richtig abgestimmt. Aufgrund der mangelnden Progression hätte der Titel nicht länger gehen dürfen, ohne dann in sich zu repetitiv zu werden. Der Wiederspielwert ist jedoch eher eingeschränkt. Es ist eher eine einmalige Erfahrung, die in einem zweiten Run keine Überraschungen mehr liefert, ähnlich eben wie bei einem Animationsfilm.
Der einzige echte Schwachpunkt ist das abrupte Ende, das ohne ausreichend befriedigenden Aufbau kommt. Es deutet irgendwie auf eine Fortsetzung hin, was mich persönlich auch freuen würde. Sollte die aber nicht kommen, fühlt es sich sehr unvollständig zu Ende erzählt an.

Darwin's Paradox

UFOOD? UFO? Alles das Gleiche. | Bild: 2026 © Konami

Fazit zu Darwin’s Paradox

Darwin’s Paradox ist ein liebevoll gestaltetes, visuell atemberaubendes Platforming- Abenteuer mit einem der ungewöhnlichsten Videospielprotagonisten der letzten Jahre. Dazu kommen auch noch viele schöne Anspielungen, die das Spiel einfach so sympathisch wirken lassen. Und dadurch bleibt das Spiel auch wahrscheinlich noch länger in Erinnerung, obwohl es spielerisch nie über ein „gut“ hinauskommt und sich meist eher klassischer Elemente bedient. Aber sie gehen trotzdem so gut von der Hand und wechseln sich so gekonnt ab, sodass ich mich immer gut unterhalten gefühlt habe.
Wer einen Sinn für filmisches Erzählen, präzises Platforming und ein Herz für ungewöhnliche Protagonisten mitbringt, wird in Darwin’s Paradox ein kurzes, aber überraschend charmantes Abenteuer finden.

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Unfassbar schön animiert
Art-Style erinnert an Pixar-Filme
Spielerisch zumindest immer abwechslungsreich
Verspielt, humorvoll und immer charmant
Atmosphärische Soundkulisse
Steuerung geht intuitiv von der Hand

Negativ:

Progression ist etwas dünn
Spielerisch "nur" solide, weil es sich relativ klassischer Spielelementen bedient
Stealth-Passagen hätten etwas mehr Variation vertragen können

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Für Fans des Genres eine ganz klare Empfehlung!

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Der Beitrag Test: Darwin’s Paradox – Dieser spielbare Pixar-Film ist überraschend gelungen! erschien zuerst auf NAT-Games.

Originalquelle: www.nat-games.de →